Stellen Sie sich vor, Sie besuchen eine Region zum ersten Mal. Sie spazieren durch einen historischen Ort, bewundern die Landschaft, lesen vielleicht eine Informationstafel und machen ein paar Fotos. Sie erfahren etwas über die Geschichte, geniessen die Aussicht und ziehen weiter.
Und jetzt stellen Sie sich denselben Besuch anders vor. Sie sind auf der Suche nach einem verborgenen Schatz. Eine Geschichte führt Sie durch die Region. Unterwegs müssen Sie Hinweise entdecken, Zusammenhänge erkennen und Rätsel lösen.
Plötzlich wird ein unscheinbares Detail an einem Gebäude interessant. Eine historische Information, die Sie sonst vielleicht überlesen hätten, könnte der Schlüssel zur nächsten Aufgabe sein.
Sie betrachten die Destination nicht mehr nur. Sie beginnen, sie zu erforschen.
Wenn aus Sehenswürdigkeiten Hinweise werden
Destinationen haben unglaublich viel zu erzählen. Ihre Geschichte steckt in Gebäuden, Landschaften, Traditionen und manchmal in kleinen Details, an denen Besucher normalerweise vorbeigehen.
Die Herausforderung für Destination Management Organisationen besteht nicht unbedingt darin, noch mehr Informationen bereitzustellen. Häufig sind diese längst vorhanden. Die spannendere Frage lautet:
Wie schaffen wir es, dass Menschen diese Inhalte selbst entdecken wollen?
Genau hier eröffnet neue Möglichkeiten. Eine Informationstafel vermittelt Wissen.
Eine gut gestaltete Mission kann dazu führen, dass Besucher dieses Wissen aktiv suchen, verstehen und für die Lösung einer Aufgabe einsetzen.
Der Unterschied liegt in der Motivation. Menschen beschäftigen sich mit einem Ort nicht nur, weil ihnen Informationen angeboten werden, sondern weil sie diese benötigen, um in ihrer Geschichte weiterzukommen.
Schatz am Gotthard – wenn die Region Teil des Abenteuers wird
Ein Beispiel dafür ist unser Game «Der Schatz am Gotthard», das wir für die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) entwickelt haben.
Die Idee dahinter:
Die Destination wird nicht einfach zur Kulisse eines Spiels. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Erlebnisses. Die Schatzsuche gibt den Besuchern einen Anlass, ihre Umgebung genauer zu erkunden.
Die Geschichte schafft einen roten Faden, während die Aufgaben dazu anregen, sich aktiv mit dem Ort auseinanderzusetzen.
Das ist für uns ein zentraler Gedanke bei der Entwicklung von Destination Games: Die Rätsel sollen nicht beliebig sein und zufällig irgendwo stattfinden.
Sie sollen möglichst aus dem Ort, seiner Geschichte und seinen Besonderheiten entstehen. Denn genau darin liegt der Mehrwert eines individuell entwickelten Spiels.
Eine solche Experience lässt sich nicht einfach an einen anderen Ort versetzen. Sie gehört zu dieser Destination.
Was Destination Games für den Tourismus interessant macht
Ein gut konzipiertes Destination Game kann mehr leisten als eine unterhaltsame Aktivität für Besucher. Es kann Menschen dazu motivieren, auch weniger bekannte Orte aufzusuchen, unterschiedliche Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden und Geschichten zugänglich machen, die sonst vielleicht unentdeckt bleiben.
Dabei lässt sich das Erlebnis auf verschiedene Zielgruppen ausrichten: Familien entdecken eine Region anders als Erwachsene, Schulklassen oder internationale Gäste. Auch die gewünschte Aufenthaltsdauer und die räumliche Verteilung der Besucher können bereits bei der Konzeption berücksichtigt werden.
Besonders interessant ist die Verbindung von Unterhaltung und Wissensvermittlung. Wer eine historische Information benötigt, um ein Rätsel zu lösen, setzt sich anders damit auseinander, als wenn er sie lediglich auf einer Tafel liest.
Natürlich entsteht dieser Effekt nicht automatisch durch ein paar Quizfragen entlang einer Route. Entscheidend sind die Qualität der Aufgaben, die Einbindung der Umgebung und eine Geschichte, die Lust macht, weiterzugehen.
Genau dafür können individuelle Game Solutions für Destinationen entwickelt werden – digital, analog oder hybrid und abgestimmt auf Ort, Zielgruppe und gewünschte Experience.
Nicht jeder Ort braucht eine neue Attraktion
Destinationen investieren viel in ihre touristische Infrastruktur. Doch manchmal liegt das Potenzial bereits in dem, was vorhanden ist. Ein historischer Dorfkern, ein alter Handelsweg, ein besonderes Gebäude oder eine lokale Legende können zum Ausgangspunkt einer einzigartigen Game Experience werden.
Dafür braucht es nicht zwingend neue Installationen oder aufwendige bauliche Veränderungen. Ein durchdachtes Spielkonzept kann vorhandene Orte neu erlebbar machen – digital, analog oder hybrid. Und vielleicht ist genau das die interessanteste Perspektive für Destination Management:
Nicht immer neue Sehenswürdigkeiten schaffen. Sondern neue Gründe, die bestehenden mit anderen Augen zu entdecken.
