Ein Hotel besteht aus funktionalen Räumen. Lobby. Zimmer. Bar. Restaurant. Korridore. Konferenzräume. Aus operativer Sicht erfüllt jeder davon einen Zweck. Aus der Perspektive von Experience Design steckt darin jedoch noch etwas anderes:
eine Bühne.
Denn Guest Experience entsteht nicht nur durch Servicequalität. Sie entsteht aus der Gesamtheit dessen, was Gäste sehen, entdecken, tun und später erzählen können. Genau hier können individuell entwickelte Games für Hospitality interessant werden. Nicht als beliebige Unterhaltung, die zusätzlich ins Hotel gestellt wird. Sondern als Experience, die den Ort selbst nutzt.
Vom Veranstaltungsort zum Bestandteil der Geschichte
Der Unterschied ist entscheidend. Ein Spiel in einem Hotel kann theoretisch überall stattfinden. Ein Spiel mit einem Hotel nutzt seine Räume, Geschichte oder Atmosphäre als Teil der Experience.
Dadurch verändert sich die Rolle des Ortes. Ein Korridor kann zur Spur werden. Ein Detail im Gebäude zum Hinweis. Eine Geschichte des Hauses zum Ausgangspunkt einer Mission.
Das Hotel ist nicht mehr Hintergrund. Es wird Teil des Spiels.
Room67: Wenn ein Anlass zur Experience wird
Für das 50-jährige Jubiläum von Novotel entstand mit ROOM67 ein analoges Hotelprojekt. Interessant daran ist aus Game-Solutions-Sicht weniger die Kategorie „Escape Game“.
Interessant ist das Prinzip dahinter:
- Ein konkreter Hospitality-Kontext wurde nicht mit einem Standardprodukt bespielt.
- Es entstand eine Experience für diesen Ort und Anlass.
- Genau das ist der Unterschied zwischen Unterhaltung einkaufen und Experience Design.
Warum das für Hospitality relevant ist
Hotels konkurrieren nicht nur über Betten. Sie sind Orte für Business Events, Meetings, Wochenenden, Feiern und Begegnungen. Ein individuell entwickeltes Game kann deshalb unterschiedliche Aufgaben übernehmen:
Gäste aktivieren. Einen Anlass inszenieren. Einen Ort entdecken lassen. Oder eine Geschichte erlebbar machen. Nicht jedes Hotel braucht ein Game.
Aber dort, wo Differenzierung über Experience entstehen soll, lohnt sich eine interessante Frage:
